Theaternatur-Festival: DIE LEGENDE VOM GLÜCK OHNE ENDE (NACH PAUL UND PAULA)

Wann:
25. August 2019 um 20:30
2019-08-25T20:30:00+02:00
2019-08-25T20:45:00+02:00
Wo:
Waldbühne Benneckenstein
Waldschlößchen
38877 Oberharz am Brocken (OT Benneckenstein)
Preis:
Einzelticket: 23,50 € im VVK ermäßigt: 19,50 € im VVK Abendkasse abweichend
Theaternatur-Festival: DIE LEGENDE VOM GLÜCK OHNE ENDE (NACH PAUL UND PAULA) @ Waldbühne Benneckenstein

„Man kann nicht alles haben. Ideal und Wirklichkeit gehen nie übereinander. Ein Rest bleibt immer!“
So der Leitsatz des bekannten und bis heute heiß geliebten DEFA-Kultfilmes „DIE LEGENDE VON PAUL UND PAULA“. Aber Paula – die schönste Frau der DDR, Märtyrerin der Liebe, alleinerziehende Mutter zweier Kinder, die über „nichts weiter als Herzensbildung“ verfügt – will eben doch alles und stürzt sich Hals über Kopf in eine hinreißende Romanze mit dem angepassten und verheirateten Funktionär Paul, der über die Heftigkeit dieser erotischen und schicksalshaften Begegnung glatt das Funktionieren vergisst.
Der Künstler und Autor Ulrich Plenzdorf entwickelte den Stoff gemeinsam mit dem Regisseur Heiner Carow und schickte dem Film (1973) einen phänomenalen, aber weniger bekannten Roman „Die LEGENDE VOM GLÜCK OHNE ENDE“ (1973) hinterher, welcher die Geschichte nach dem Tod der Protagonistin weiter spinnt.

Die Inszenierung greift auf die, beide „Teile“ vereinende Bühnenfassung des Autors selbst zurück und lässt das „schönste Liebespaar des Ostens“ zwischen mythischem Harzwäldern und liebestollen Waldwesen erwachen. Ein musikalischer Abend über das Rauschhafte, das Nicht Alltägliche , den „Anti-Trott“ der Liebe, „wie Paul sagt.“

Die 4 Spieler*innen wechseln lustvoll zwischen den beliebt-bekannten Figuren Reifen-Saft, Collie mit den traurigen Augen, Die Schöne/Pauls Frau, Stasi-Laura, der Hohlkopf und der Kumpel – und natürlich Paul und Paula. Sie erzählen spielend von Pauls Trauerarbeit, der Begegnung mit Laura, dressierten Dompteuren… und von der Fähigkeit, weiter (durchs Leben ) zu laufen, immer weiter, auch wenn man eigentlich gar nicht mehr laufen kann.

Eine atemberaubende Achterbahnfahrt durch politische Zeiten, die uns eingeschrieben sind und Gefühlswelten von Menschen, die wir sein könnten.

Aufführungsrechte: henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin

BESETZUNG

Konstantin Morfopoulos
Carolin Wiedenbröker
Marlene-Sophie Haagen
Nils Malten

 

FÖRDERUNG

Gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt, Lotto-Toto Sachsen-Anhalt und die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt.

Regie Paula Thielecke
Dramaturgie Marie Jordan
Bühne+Kostüme Lisa Jacobi
Video Tara Afsah, Pia Lamster
Lichtdesign Yi Zhao
Regieassistenz Francesca Menges

INFOS ZUM AUTOR

Ulrich Plenzdorf wurde am 26. Oktober 1934 in Berlin-Kreuzberg geboren. Er starb am 9. August 2007 in Berlin. Seine Eltern wurden wegen ihrer Mitgliedschaft in der KPD während der Zeit des Nationalsozialismus mehrfach inhaftiert. Von 1949 bis 1952 besuchte er die Schulfarm Scharfenberg in Himmelpfort bei Fürstenberg (Havel). 1950 zog die Familie von West- nach Ost-Berlin um, wo Plenzdorf 1954 in Lichtenberg das Abitur bestand. In Leipzig studierte Plenzdorf anschließend Marxismus-Leninismus und Philosophie am Franz-Mehring-Institut der Karl-Marx-Universität Leipzig, verließ die Hochschule aber ohne Abschluss. Ab 1959 besuchte er die Deutsche Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg. Ab 1963 arbeitete er als Szenarist und Dramaturg im DEFA-Studio Babelsberg. Parallel zu seinem Studium arbeitete Plenzdorf von 1955 bis 1958 als Bühnenarbeiter. 1958-1959 war er Soldat der Nationalen Volksarmee. Bekannt wurde der DDR-Autor auch in der Bundesrepublik Deutschland durch seinen gesellschaftskritischen Roman Die neuen Leiden des jungen W. Ursprünglich als Bühnenstück geschrieben und 1972 in Halle (Saale) uraufgeführt, erschien der Roman ein Jahr später und wurde seitdem in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Plenzdorf machte sich aber vor allem auch als Drehbuchautor zahlreicher Spielfilme (Die Legende von Paul und Paula, Der Trinker, Abgehauen) und Fernsehserien (vierte Staffel von Liebling Kreuzberg) einen Namen. Von 1992 war er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Im Jahr 2004 hatte er eine Gastdozentur am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig inne. Ulrich Plenzdorf war seit 1955 mit Helga Lieske verheiratet und hatte drei Kinder.