Eigentlich sollte der Name Hermann Harry Schmitz auf einer Liste der zehn witzigsten deutschsprachigen Autoren zu finden sein. Irgendwo im oberen Drittel. Die Glossen und Kurzgeschichten des 1880 geborenen und jung verstorbenen Düsseldorfer Fabrikantensohns haben zweifellos das Zeug zu Klassikern. Schmitz weiß pointiert von Marotten, Moden und anderen Schwächen sowie den schreiend komischen Seiten zu berichten, die furchtbar normale Dingen manchmal haben – von der trendigen Kaffeemaschine und einer den Weltuntergang heraufbeschwörenden Shoppingtour bis hin zur Yoga-Erfahrung der besonderen Art inklusive Diskussion mit einem Bandwurm.
Stefan Dehler und Christoph Huber machen sich daran, den zu Unrecht vergessenen Meister des witzigen Grauens neu zu entdecken und stellen einige der katastrophal-schönen Erzählungen vor.
Preise: 15,00 Euro / erm. 10,00 Euro / Semester-Kulturticket / Azubi-Kulturticket
HG. Butzko, Dauergast in den Kabarettsendungen des deutschen Fernsehens und Träger des deutschen Kleinkunstpreises, fragt nach, und das ist unbequem. In seinem aktuellen Programm legt er das menschliche Hirn auf den Seziertisch und stochert in den Arealen, die für Wahnsinn, Blödsinn und Hintersinn zuständig sind – immer auf der Suche nach dem Mythos Intelligenz. Dabei kommt sein Abend ohne Gebetsmühlen und Moralpredigt aus. Er jongliert nicht mit Keulen, sondern mit Gedanken, und wenn er singt, dann ist es das Hohelied der Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten. Butzkos Argumente sind herrlich logisch statt unheilig ideologisch. Manchen spricht er dabei ins Gewissen, vielen aus der Seele, aber immer Klartext.
Für einen vorabendlichen Streifzug durch das Repertoire des Oldtime-Piano-Jazz finden sich zwei ausgewiesene Experten an den Tasten zusammen. Joe Pentzlin, international gefragte Größe in Sachen Jazzpiano, Solist und viel beschäftigter Studio- und Bandmusiker an der Seite namhafter Genre-Größen ist einem breiten Publikum vor allem als musikalischer Stammgast der NDR-Talkshow III nach 9 ein Begriff. Gemeinsam mit seinem ebenso versierten und gefragten Kollegen Gregor Kilian – in Göttingen neben zahlreichen Konzertauftritten durch die langjährige Kult-Veranstaltungsreihe Blues- und Boogie-Küche bekannt – wird Pentzlin Bekanntes und Raritäten aus Swing, Ragtime, Harlem Stride Piano, Boogie Woogie New und Orleans Jazz servieren.
Herr Scrooge arbeitet hart für sein Geld und hat nichts zu verschenken. Auch nicht zu Weihnachten. Da schon gar nicht. Er spart lieber. Verständlich, dass Herr Scrooge keine Freunde hat. Und so sitzt er am Weihnachtsabend alleine in seiner ungeheizten Wohnung. Alleine? Nein, nicht ganz. An diesem Abend kommen ungebetene Besucher – und als die wieder verschwunden sind, ist Herr Scrooge ein anderer Mensch geworden… stille hunde hat aus der berühmten Geistergeschichte von Charles Dickens ein raffiniert konstruiertes Zwei-Personen-Stück gemacht, das die Geschichte von der wundersamen Wandlung des boshaften Ebenezer Scrooge durch die Geister der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft mit Witz und Charme auf die Bühne bringt.
Es gibt Musik, die ist wie „Soul Food“ für unsere Ohren. Genauso ist es bei den gefühlvollen Songs der deutschen Sängerin Nadine Krämer. Wie eine musikalische Umarmung sind ihre Stücke emotional, aber nicht kitschig, ausdrucksstark aber nicht aufdringlich – reduziert auf Wesentliches. Krämer steht in der Tradition der amerikanischen Singer/Songwriter und präsentiert unter dem Namen Jonah „handgemachte“ Musik, der man eben genau das auch anhören soll: Gerade auch vermeintlich unvollkommene Parts, die in deutschen Pop-Produktionen gerne im Studio „ausgebügelt“ werden, machen für sie den Zauber des Genres aus. Wie bestechend diese Philosophie klingt beweist das Debütalbum The Long Way Home, das Johna auf der aktuellen Tour vorstellt.
Wer würde nicht gerne einmal Pirat sein, mit vollen Segeln in See stechen und ehrliche Seeleute ausrauben? Damit auch alles genau so geschieht, wie man es sich vorstellt, müsste man allerdings der Anführer der Bande sein. Dazu braucht man ein langes Messer, eine Pistole, eine angsteinjagende Brüllstimme und einen schaurigen roten Bart – ganz so wie der gefürchtete Käpten Knitterbart. Allerdings sollte man eines nicht tun: Kleine Mädchen überfallen. Das hat der Käpten Knitterbart nämlich getan, und das war sein größter Fehler…


Uli Masuth, mehrfach ausgezeichneter Stammgast auf den Kabarettbühnen der Republik und Tastenspezialist mit Sinn für leise-ironische Töne, hat eine schwarze Seele und produziert tiefschwarze Pointen. Der Titel seines langjährigen Erfolgsprogramms Und jetzt die gute Nachricht mag verwundern, erwartet man von einem Kabarettisten ja nun wirklich alles, nur eines nicht „die gute Nachricht“. Gibt die Lage der Nation überhaupt gute Nachrichten in der Fülle her, dass man damit ein Abendprogramm bestreiten kann? Und wenn, sind diese Neuheiten überhaupt zum Lachen? Masuth behauptet: Ja! Allerdings, bei ihm lacht das Publikum anders: ohne Schadenfreude, ohne Reue, und – ganz wichtig in Zeiten von Ressourcen-Knappheit und Sparzwängen – man lacht nachhaltiger…
