Wege zur Wiener Klassik

Wann:
25. August 2019 um 16:30
2019-08-25T16:30:00+02:00
2019-08-25T16:45:00+02:00
Wo:
Schloss Imbshausen
Am Gutshof 2
37154 Northeim
Preis:
siehe Veranstalter

Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788)
Vier Duette für Cembalo, Wotq 115

Allegro – un poco Adagio – un poco Adagio – Allegro

Johann Christian Bach (1735–1785)

Sonate in A-Dur Op. 18,5 für vier Hände
Allegretto – Menuett

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)

Sonate in D-Dur für Clavier zu vier Händen, KV 381 (123a)
Allegro – Andante – Allegro molto

– Pause –

Carl Philipp Emanuel Bach

Fantasia fis-moll, Wotq 67 

Alexander Ferdinand Grychtolik

Improvisation in der Art J. S. und C. P. E. Bachs

Aleksandra Grychtolik / Alexander Grychtolik
Concerto-Improvisation: Ein Treffen zwischen Johann Sebastian und Carl Philipp

 

Aleksandra Grychtolik und Alexander Grychtolik

 

Zwei Cembali stehen im barocken Musikzimmer. Seit 2008 erklingen sie im täglichen Zusammenspiel und finden ihre gemeinsame, unverwechselbare Stimme: die Stimme der Grychtoliks. Mit dieser begeistert das deutsch-polnische Musikerpaar das internationale Publikum mit Werken u. a. von Bach, Rameau, Mozart und barocken Live-Improvisationen, die mit jedem ihrer Auftritte ein singuläres Musikereignis kreieren. Virtuos und unverkrampft machen Aleksandra und Alexander Grychtolik die Improvisationskunst der Barockzeit wieder lebendig und in ihren Konzerten erlebbar.

Ihre dynamische und artikulationsfreudige Spielweise – verstärkt durch die Mischung der aufbrausenden Temperamente – entzaubert das Klischee des sperrigen, antiquierten Cembaloklangs. Die Cembalosaiten werden in Schwung gebracht und erklingen mit der ungezähmten Kraft eines ganzen Barockorchesters. Feinsinn und Präzision mischen sich mit der Frische spontaner, kreativer Spielfreude.

Die Debüt-CD „Fantasia baroque“ der als „Künstlerehepaar mit den magischen Händen“ gefeierten Musiker mit Improvisationen über Bach, Bertali und Pasquini (COVIELLO) wurde für den Echo Klassik 2016  nominiert und vom Early Musik Review  als „excellent recording“ ausgezeichnet.

Ihre europaweiten Soloauftritte spielen sie auf zwei Nachbauten eines zweimanualigen Cembalos von Johannes Daniel Dulcken aus dem Jahre 1750, erbaut 1979 und 1989 von Cornelis Bom in den Niederlanden. Das ältere der beiden Instrumente war viele Jahre im Besitz von Gustav Leonhardt, der als einer der legendärsten Cembalisten des 20. Jahrhunderts gilt und es auch in späteren Jahren bei Konzerten in Deutschland nutzte. Das zweite Instrument war ursprünglich für die St. Katharinenkirche in Hamburg gebaut worden.

 

Neben ihrer musikalischen Karriere beschäftigen sich Aleksandra und Alexander Grychtolik mit der Musik verwandten Disziplinen. So studierte Aleksandra Grychtolik neben dem Cembalo Kulturmanagement und war mehrere Jahre im Europaparlament u.a. im Bereich der Kulturpolitik tätig. Alexander Grychtolik studierte neben der Musik Architektur an der Bauhaus-Universität in Weimar und promovierte im Bereich des musikalischen Kulturgüterschutzes. Er veröffentlichte Rekonstruktionen von Vokalwerken J. S. Bachs beim Musikverlag Edition Peters die nicht nur regelmäßig in Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland sowie u. a. in Israel und Japan aufgeführt werden: u.a. eine erste Rekonstruktion der 2009 nachgewiesenen Spätfassung der „Markus-Passion“ aus dem Jahre 1744, von der Knabenkantorei Basel sowie von Jordi Savall eingespielt wurde, und die sogenannte „Köthener Trauermusik“ BWV 244a. Derzeit widmet er sich der virtuellen Rekonstruktion historisch bedeutender Konzertsäle sowie der szenischen Aufführungspraxis J. S. Bachs.

2008 gründeten Aleksandra und Alexander Grychtolik das Ensemble „Deutsche Hofmusik“, mit dem sie sich vor allem weltlichen Vokalwerken J. S. Bachs und seiner Zeitgenossen widmen. Das kammermusikalisch besetzte Ensemble ist regelmäßig auf den führenden europäischen Bach-Festivals zu hören und veröffentlicht seine Einspielungen bei Sony (DEUTSCHE HARMONIA MUNDI). So wurde die 2015 erschienene CD-Aufnahme der „Köthener Trauermusik“ von J. S. Bach beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert und als „wichtiger Beitrag zur Bach-Gesamtrezeption“ gewürdigt. Die 2017 aufgenommene Huldigungskantate „Erwählte Pleißenstadt“ BWV 216a wurde in die 2018 erschienene Gesamteinspielung der Werke J. S. Bachs der Deutschen Grammophon („Bach 333“) aufgenommen. Höhepunkt der aktuellen Saison sind die Wiedereinspielung der „Schäferkantate“ BWV 249a als weltliche Urfassung des Osteroratoriums und die Ersteinspielung der „Krönungskantate“ BWV 205a.