Theaterpl. 11
37073 Göttingen
Deutschland
Verirrte Sinfonie von Thomas Köck
»paradies fluten« ist das erste Stück einer Klima-Trilogie, eines groß angelegten Versuches des Autors Thomas Köck, die Ursachen und Folgen der Klimakatastrophe mit den Mitteln der Poesie zu erkunden. Der Autor empfiehlt als Mitwirkende unter anderem »ein ertrinkendes tanzensemble, ein erschöpftes symphonieorchester, zwei überlebende in klimakapseln und eine durchschnittliche weiße familienaufstellung der 90er-Jahre als schreckgespenster«.
Eine Welle aus Sprache und Bildern überflutet die Bühne. Ob die theatrale Sintflut, die Köck da entfesselt, direkt dem Paradies entspringt oder das Paradies zerstört, das unsere Welt sein könnte, sei dahingestellt. Auf jeden Fall schlägt sie wortgewaltig und mit subtiler Komik einen Bogen vom Beginn der Globalisierung bis zum Ertrinken der bürgerlichen Gesellschaften in den Fluten der ansteigenden Meere. Erzählt, zum Beispiel, von den Folgen des Kautschukbooms im 19. Jahrhundert und dem Export europäischer Kultur für Südamerika. Und während der Pegel der Ozeane unaufhaltsam steigt, kämpft eine Kleinfamilie um ihre Existenz. Versucht der Vater mit einer kleinen Autowerkstatt den Lebensunterhalt zu sichern, ist die Tochter, die von einer Karriere als klassischer Tänzerin träumt, auch mit Engagement auf die Unterstützung der Eltern angewiesen.
Thomas Köck
Thomas Köck, 1986 in Steyr geboren, studierte Philosophie und Literaturwissenschaften in Wien und Berlin sowie Szenisches Schreiben an der Hochschule der Künste in Berlin und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Für »jenseits von fukuyama« erhielt Köck 2014 den Osnabrücker Dramatikerpreis. »Isabelle H.« wurde 2015 mit dem Stückepreis des Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreises ausgezeichnet. Köck war Hausautor am Nationaltheater Mannheim und erhielt das Thomas-Bernhard-Stipendium am Landestheater Linz. »paradies fluten« war 2015 zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen und wurde 2016 mit dem Kleist-Förderpreis prämiert.